Öffentliches Interesse oder Endstation Dystopia?

Am 13. Jänner 2026 hat das Bundesverwaltungsgericht mit der Genehmigung einer zusätzlichen Donaubrücke im Bereich der Enns-Donauauen grünes Licht für den weiteren massiven Ausbau des motorisierten Straßenverkehrs gegeben.

Damit soll eine ganze Region, in denen Mensch und Natur inzwischen längst gegen den überbordenden Autoverkehr das Nachsehen haben, in den kommenden Jahren planmäßig mit noch mehr Verkehr geflutet werden.
Laut Gesetz unbedingt freizuhaltende Hochwasser-Retentionsflächen werden zubetoniert und letzte armselige Reste einer Auenlandschaft, in der es noch vor wenigen Menschengenerationen eine atemberaubende Naturlandschaft in Siedlungsnähe gab, werden vom motorisierten Straßenverkehr zerschnitten und ruiniert.
Als gäbe es kein Morgen, werden uns in Zeiten, wo Österreichs Defizitverfahren zuliebe jedem Einzelnen erhebliche persönliche Opfer abverlangt werden, für das sündteure Projekt Millionenbeträge abgeluchst und zum Schaden der Gesellschaft und kommender Generationen verpulvert.
Besonders dreist erscheint im Fall der geplanten Donaubrücke die Tatsache, dass diese keine 700m entfernt von einer für den für den Autoverkehr vorgesehenen Bestandsbrücke genehmigt wurde. Die Revitalisierung dieser Brücke schreitet gerade voran und sie könnte kosteneffizient und problemlos so ertüchtigt werden, dass sämtliche Mobilitätsbedürfnisse für die Menschen der Region problemlos abgedeckt werden.
Aber um die Menschen der Region geht es längst nicht mehr, es sei denn in der Rolle als unbequemes Hindernis für jene, die im Hintergrund die Fäden und mit ihnen das öffentliche Interesse an den Haaren herbei ziehen, um die Gier von wenigen zu befriedigen. Die Bevölkerung, die Kinder und unsere Nachfahren werden hingegen ihrer natürlichen Lebensgrundlagen beraubt.
Die im Beschwerdeverfahren vorgelegten Gutachten und Verkehrsprognosen lassen gar keinen anderen Schluss zu, als dass den Bewohnerinnen und Bewohnern gesundheitliche Beeinträchtigungen etwa in Form von Lärm, Feinstaub und Hitze bevorstehen, die auch Menschenleben fordern werden. Die Menschen müssen Opfer bringen, damit sich Verkehr, Umweltzerstörung und Profitgier weiter ungehindert breit machen können.
Wer hier und andernorts die Pläne der Straßenbauer genau studiert, gelangt schnell zu der Erkenntnis, dass nicht nur eine weitere Region unter die Räder eines überbordenden Straßenverkehrs kommt. Vielmehr führen die unsäglichen Tricksereien der Straßenbauer auch noch schnurstracks in die Klimakatastrophe.
Es kommt nicht von ungefähr, dass der Reihe nach Projekte umgesetzt werden, die Wertschöpfungsketten nachhaltig aus der Region abziehen.
Hier macht sich Amazon mit einem riesigen Verteilerzentrum breit und da baut Google ein gigantomanisches Rechenzentrum, um menschliche Intelligenz durch künstliche zu ersetzen, und damit regionale Arbeitsplätze durch Maschinen, Kreativität durch Ideenklau, und Wissen nach bestem Gewissen durch Desinformation.
Nach dem Motto, die Geister, die wir riefen, wollen auch gefüttert werden, scheint auch die Ressourcenvergeudung keine Grenzen mehr zu kennen: Das geplante Rechenzentrum wird die Region weiter erhitzen. Das neue regionale Zentrum der künstlichen Intelligenz wird um ein Vielfaches mehr an Energie verprassen, als sämtliche Haushalte in ganz Oberösterreich zusammen benötigen. Wenn uns das als mit Vernunft gesegneten Lebewesen nicht zu denken gibt, dann ist uns wahrlich nicht mehr zu helfen.

Öffentliches Interesse hat darin zu bestehen, dass wir und unsere Politikerinnen und Politiker die besten Talente dazu nutzen, ein solches Szenario abzuwenden.
Wahrnehmungen eines engagierten Bürgers
Leserbriefe von Hans Peter Schausberger aus Enns:
- Tips vom 16.02.2026: Neue Donaubrücke
- MeinBezirk Linz-Land vom 9. März 2026: Google in Kronstorf gefährdet den Fluss, sowie Amazon die Stadt