Region: Weinviertel

Kurzbeschreibung: Die Nordautobahn A5 beginnt am Knoten Eibesbrunn nördlich von Wien und führt durch das Weinviertel nach Schrick, von wo aus bereits die Verlängerungsarbeiten laufen, zur tschechischen Grenze bei Drasenhofen. Die Strecke wurde im Rahmen eines PPP Projektes (Public Private Partnership) durch die Bonaventura GmbH geplant, finanziert und gebaut. Aufgrund der deutlich überhöhten Verkehrsprognosen hat das Konsortium mit schweren Verlusten zu kämpfen.

Kritik: Mit A5, S8 und S3 sind in der Region mindestens zwei Autobahnprojekte zu viel auf dem Weg. Der Öffentliche Verkehr in der Region wird weiter ignoriert. Auch waren in der Vergangenheit selbst scheinbar konkrete Planungsziffern für die A5 nicht nachvollziehbar: So kommt eine tschechische Zählung am Grenzübergang Drasenhofen im Jahre 2010 auf 5.054 Fahrzeuge täglich, auf Niederösterreichischer Seite liegt man mit 7.135 Fahrzeugen immerhin um 40 Prozent darüber.

Auch zur politischen Kultur der Enge in NÖ hat das Projekt einiges beigetragen: KritikerInnen der A5 hat Landesrat Karl Wilfing – eigentlich Niederösterreichs Landesrat für Öffentlichen Verkehr – persönlich diskreditiert: Die BürgerInneninitiative „BI A5 Mitte“ wurde regelmäßig öffentlich angegriffen, bis hin zu einer von Wilfing beworbenen Demonstration vor dem Privathaus der Sprecherin der BI. Nur das Eingreifen der Polizei konnten die rund 70 DemonstrantInnen daran hindern, bis zu dem Privathaus vorzudringen.

Auch aus der Slowakei kommt Gegenwind zur A5: Bratislava plant den sechsspurigen Ausbau der nur gut 60 Kilometer östlich verlaufenden Transitroute D2 von Bratislava nach Breclav, bereits jetzt der schärfste Konkurrent der A5 im Rennen um Mautzahler und EU-Gelder aus dem Etat für Transeuropäische Netze (TEN). Zudem plant Bratislava den Umfahrungsring D4, der sowohl Kittsee als auch Marchegg an die D2 anbindet. Damit ist eine Verbindung Wien-Brünn überflüssig, der Transit muss gar nicht über Ostösterreich und Wien rollen

Geplante Baukosten: 13 Millionen Euro pro Kilometer! Stolze 255 Millionen Euro haben bereits die ersten 23,5 Kilometer zwischen Eigensbrunn und Schrick gekostet, Nun wird wieder tief in den Topf gegriffen: Offiziell kalkuliert die Asfinag 324 Millionen Euro für 33,5 Kilometer Fortsetzung von Schrick bis an die Staatsgrenze!

Wir haben Alternativen!

Das Weinviertel braucht keine drei Autobahnen sondern kluge Regionalentwicklung, Arbeitsplätze im Bezirk und intelligente lokale Verkehrslösungen. Die A5 und ihre tschechische Fortsetzung lösen die Probleme der Region keineswegs. Effizienter und mehr im Sinn der Menschen im Weinviertel wäre es, wirklich notwendige Umfahrungspläne zügig zu realisieren und ebenso großzügig in den Öffentlichen Verkehr zu investieren.

  • Ausbau der Bahn
  • Kooperation mit Slowakei
  • dezentrale Raumordnungspolitik
  • Bundesstraßen Maut (für Transitverkehr)
  • Umfahrungsstraßen statt A5 an kritischen Stellen

Links

A5 Schrick-Staatsgrenze 09-13 A5 Nord Autobahn Süd_Streckenplan 1

A5 Schrick-Staatsgrenze 09-13

 

A5 Nordautobahn